Apaché - Notfall
Hallo Ihr da draußen....mein Name ist Apaché und ich suche dringend ein Zuhause. Irgendwie ist alles sehr kompliziert geworden, alles aus den Fugen geraten. Ich fang mal von vorn an.
Ich bin 4,5 Jahre alt, Stockmaß 56 cm, mein Papa war ein Husky-Schäfer-Retrievermix und meine Mama eine reinrassige Eurasierin. Was dabei rausgekommen ist, seht ihr selbst – ich finde mich einfach nur schön.
Geboren bin ich „fast“ da, wo ich jetzt auch wieder gelandet bin, bei dem Frauchen von meinem Papa. Ich wurde damals an eine Familie für die 13jährige Tochter vermittelt. Nun, nach über 4 Jahren, haben die mich abgeschoben. Nein, nein, das Wort ist schon richtig, denn auch wenn es hieß „aus gesundheitlichen Gründen“, also deren Gründe, nicht meine, fühl ich mich „abgeschoben“.
Hier, beim Frauchen von meinem zwischenzeitlich verstorbenen Papa dürfte ich ja bleiben, so ist das nicht. Aber die hat noch ne Hündin. Und zwischen der und mir gibt’s nur Knatsch. Und es sieht nicht so aus, als ob wir 2 Mädels das je auf die Reihe kriegen.
Und darum kann ich hier nicht bleiben.
Früher war ich immer angeleint beim Laufen, mein Frauchen jetzt hat es ohne versucht – es geht. Bedingt. Aber nur, wenn jemand mein Verhalten richtig deuten kann und sieht, wann es geht und wann nicht, wenn wir zuvor Zeit hatten, uns gegenseitig einzuschätzen.
Grundsätzlich bin ich vom Gefühlsleben her schon viel Eurasier. Ich mag Menschen, behandle sie aber erst mal beobachtend. Man weiß ja nie. Und darum find ich es sicherer, erst mal abzuwarten. Fremde warne ich darum auch vor, indem ich rufe „komm mir nicht zu nah, sondern stell dich erst mal vor“. Ich bin wirklich kein Kläffer.
Andere Hunde, na ja, ich brauch die nicht unbedingt. Irgendwie kann ich die meisten gar nicht einschätzen, und dann fühl ich mich sehr
unsicher. Wenn ihr es nicht weitersagt, dann kann ich euch verraten, ich hab da oft richtig Angst, wenn große Hunde, auch Rüden, auf mich zurennen. Ich mach dann möglichst viel Tamtam, aber im Grunde würde es mir am Besten helfen, wenn mein Mensch dafür sorgt, dass die mich in Ruhe lassen. Oder sich zumindest benehmen. Was ich allerdings mag, sind kleine Hunde. Ist ja auch logisch, oder? Da bin ich die Größere, muss mich nicht fürchten, und im Grunde wünsche ich mir ja Hundekontakt, bin ja keine Eremitin. Nur eben Angst machen sollen sie mir nicht.
Mein Hobby ist Laufen, laufen, laufen. Du kannst mir keine größere Freude machen, als mit mir rauszugehen, zu laufen und zu spielen. Da dreh ich dann so richtig auf und bin glücklich.
Glücklich bin ich auch, wenn ein Auto vorbeifährt. Lacht nicht. Auch Mädchen dürfen Autos lieben. Für die habe ich nämlich ein Faible und denk, um eins fangen zu können, braucht’s bloß die richtige Technik. An der probier ich aber noch rum. Frauchen weiß das und kann damit umgehen. Weil, eigentlich bin ich eine recht gute Freiläuferin. Sofern mit dieser Bindungssache alles stimmt, ich also gerne zurückkomme, wenn ich gerufen werde, und sofern mein Mensch schon vor mir weiß, dass jetzt gleich der Apache-Autofang-Technikmodus einschaltet. Es kommt eben wie immer im Leben drauf an, wer – wie – was - tut. Oder auch nicht tut, heißt, es gibt auch bei mir, wie bei jedem Hund, Situationen, da bleiben wir eben besser an der Leine.
Was ich noch mag, sind Katzen. Zumindest die, die ich bisher kennenlernte und mit denen ich lebte. Kommt natürlich immer auf das Gegenüber an, wenn die blöd ist, dann kann ich auch blöd werden. Aber ich denke, das versteht ihr. Ist bei euch ja auch nicht anders
Darum also: Ich bin Apaché, ich hab viel zu bieten, den Rest können wir gemeinsam lernen, und ich brauche wirklich dringend ein Zuhause. Denn in so einem Tierheim, da will ich nicht sein. Da kann ich nicht leben, weil ich ohne einen festen Menschen, der mich liebt und versteht, einfach krank werden würde. In der Seele, wisst ihr? Ich hab nämlich eine ganz, ganz tiefe Seele. Seelchen nennt ihr das. Wenn Du mir in die Augen siehst, ist es deutlich zu erkennen..
Seid so gut und lasst mich nicht hängen. Ich kann nicht mehr tun als Euch zu bitten. Das aber meine ich echt „bitterernst“.
Denkt also über mich nach-
Bis bald hoffentlich Eure Apaché

Vielen Dank & viele Grüße,
Sabine Grübl
für die Nothilfe für Polarhunde e.V., Sitz: Freudenstadt
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Tel.: 07441/951995 Fax: 07441/951996 E-mail:
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